Projekt Kunstpost
Von den Marko Hotels geladene Künstler kreieren Motive für Postkarten in limitierter Auflage.Fotografie
Martin Bilinovac (2012)Daniela Beranek (2012)
Alexandra Gschiel (2011)
Lupispuma (2009 / 2010)
2012, Martin Schnur
Es mag ob der malerischen Qualität und Perfektion erstaunen, doch Schnur hat nicht Malerei studiert. Von der Ausbildung her Bildhauer, hat sich der Künstler das Handwerk des Malens selbst beigebracht. Ein einprägsames Erlebnis war für ihn die Begegnung mit Sol LeWitt, dem amerikanischen Meister der Konzeptkunst. Verschiedene Realitätsebenen, raffiniert zu einem Ganzen zusammengesetzt, sind ein kennzeichnendes Merkmal vieler Malereien des österreichischen Künstlers Martin Schnur. Die darstellerische Finesse, wie Schnur mehrere Motive zu einem Gemälde zusammenfügt und sie dennoch scheinbar autonom belässt, macht viel von dem Reiz und der Spannung seiner Kompositionen aus.
2011, Markus Wilfling
Wilfling will mit seiner Kunst Räume, Flächen und Ebenen visuell und virtuell durchdringen und Gesetze der Statik ad absurdum führen. In seiner Arbeit geht es ihm um die Irritation von konditionierten Vorstellungen und Wahrnehmungsbegriffen. Wirklichkeit wird in seiner Kunst unberechenbar und unvorhersehbar, Schein und Sein gehen ineinander über, Virtuelles wird zu Realem, Imaginäres wird zu Konkret-Gegenständlichem. Grenzen zwischen innen und außen, oben und unten, nah und fern, aus dem heraus er unerwartete, raumdynamische Bewegungen generiert, scheinen aufgehoben. (Hartwig Knack, Raum, Wahrnehmung, Bewegung In: Markus Wilfling, zwischen dem Raum 2009, Verlag: Bibliothek der Provinz)
2010, Josef Wurm
So wie Josef Wurm die Konventionen der Feststellbarkeit und Dingfestbarmachung einer ohnehin zunehmend über Anfänge und Enden von Mikro- und Makrokosmen sich fließend abzeichnenden Welt in Gesprächen zu sprengen gern bereit ist, fabulierend über Rimbaud, Vermeer, Klaus Kinski, Mötörhead, dann aber über Hunter S. Thompson, Film, Quentin Tarantino, dazu noch den einen oder anderen Philosophen in dieser unter einen Hut gebrachten kaleidoskopischen Party begrüßt, Fäden von Gleichzeitigkeit spinnt, scheulos suchend, so tänzelt er auf diesen auch unverdrossen über die vor sich hindösenden, gähnenden Gräben zwischen Stilen, Materialien, Techniken, in seiner Malerei, dass es erfrischender nicht sein könnte für mich. Ob es nun ganze Häuserfassaden sind, mit Spraydosen bearbeitet, Comicstrips, prägnante Bandlogos für Rockbands, oder großflächige Arbeiten in Acryl, wo einmal Franz Kafka Salvador Dali grüßt, ein anderes mal eine dem Betrachter abgewandte Gestalt, seine Habseligkeiten als ersichtliche Last an sich gefesselt, am Ende einer ihm bereits unter den Füßen wegbrechenden Welt angekommen, aber noch sein Bajonett in das vor sich ihm auftuende Nichts aufpflanzt, dies Kreuz trägt, wie ein spätkapitalistischer Christus, auf dem Passionsweg einer neuen Endlichkeit. Ans Licht geholte Berichte aus den Klüften und Rissen der Welt, überbordend vital, ein lustvolles Pendeln zwischen ikonographischer Ironie und den Vorstößen in die sich selbst vorauseilende Gewissheit, die, haben wir sie dann vor Augen, staunen macht in ihrer gravitativen Poesie. (Joachim J. Vötter)
2011, Manfred Erjautz
Das Gewohnte wird wie in einem soziologischen "Krisenexperiment" in Frage gestellt und auf verschiedenen Gefühlsebenen referiert. Die dominanteste Gefühlsregion, die hier angetastet wird ist jene der Melancholie. Das Melancholische taucht in Manfred Erjautz' Werken sowohl als Reminiszenz an eine andere – vielleicht bessere – Zeit als auch als ein Sehnen nach Glückserfüllung und einer Renormalisierung der Verhältnisse auf. (Falter 2006)
2010, Gabriele Sturm
Gabriele Sturm erforscht interkulturelle Zusammenhänge und arbeitet diese kritisch auf. Ausgehend von der aktuellen Erfahrung mit den Abläufen und Konsequenzen der Globalisierung und der damit verknüpften ökonomischen Vernetzung bezieht sich ein Teil ihres Oeuvres auf Fragen des Transfers zwischen den Kulturen, Zeiten und Orten. Die Beobachtung und Miteinbeziehung ihres persönlichen Umfeldes mit den scheinbar alltäglichen und selbstverständlichen Handlungen, Situationen und Dingen, bildet dabei die Grundlage, um deren soziokulturelle Voraussetzungen und Kontexte zu analysieren bzw. um deren geschichtliche Genese über weite Strecken und Zeiträume akribisch nachzuzeichnen. (Rainer Fuchs)
