Projekt Kunstpost

Von den Marko Hotels geladene Künstler kreieren Motive für Postkarten in limitierter Auflage.

Fotografie

Lukas Dostal (2013)
Anita Fuchs (2013)
Martin Bilinovac (2012)
Daniela Beranek (2012)
Alexandra Gschiel (2011)
Lupispuma (2009 / 2010)

2013, Gerlind Zeilner

In diesem Sinne vermischen sich also die Verfahren (und nur um diese geht es letztlich - denn...): Die Darstellung der Action mit der Action der Darstellung (das Erstaunliche: Wir nehmen die bezeichnete Action wahr, wissen aber nicht genau, wo wir zuerst hinschauen sollen, um dem Bezeichnen zu folgen bzw. ...), das Beschreiben eines Raums mit der Markierung der Hand, das Vertauschen von Lokalfarbe und Stimmungskolorit, die Gleichsetzung von affekt und Winkel des Unterarms zur Leinwand, die Erinnerung und die Verfasstheit der Farbpaste, das Wollen und das Sollen - kurz: Alles wie gehabt? War das nicht immer so? Nein.
Weil, das wirklich Seltsame an diesen Bildern ist nicht ihr wirklich nicht nachvollziehbarer Materalismus des Stoffs (Raphael usw.): Wie verwandelt sich etwas aus zu Etwas. Und warum. Das Verschwimmen der Eingriffe, die Modifikation des Gekonnten, das Authorchen (da! in der Mitte abgeschwächtes Schwarz....), wie die heruntergestimmten "Inhalte" (alles klar da: Saloon, Kotospieler, Teezeremonie, Kalauer allenthalben, tolle Farben usw.) - das weiß jeder. - Warum aber das so überzeugend zustande kommt und so seltsam ist, ist die einzig mögliche Frage. So salopp wie übertrieben wäre zu sagen: Weißt du was Besseres? Denn: "Du sollst die Schlange nicht gering schätzen, nur weil sie keine Hörner hat. Keiner weiß, ob aus ihr nicht dereinst ein Drache erstehen wird." Wer die Schlange ist, ist klar. Hier also der Drache.
Auszug Text "Bang" von Christian Wallner, Verlag Bibliothek der Provinz

2012, Martin Schnur

Es mag ob der malerischen Qualität und Perfektion erstaunen, doch Schnur hat nicht Malerei studiert. Von der Ausbildung her Bildhauer, hat sich  der Künstler das Handwerk des Malens selbst beigebracht. Ein einprägsames Erlebnis war für ihn die Begegnung mit Sol LeWitt, dem amerikanischen Meister der Konzeptkunst. Verschiedene Realitätsebenen, raffiniert zu einem Ganzen zusammengesetzt, sind ein kennzeichnendes Merkmal vieler Malereien des österreichischen Künstlers Martin Schnur. Die darstellerische Finesse, wie Schnur mehrere Motive zu einem Gemälde zusammenfügt und sie dennoch scheinbar autonom belässt, macht viel von dem Reiz und der Spannung seiner Kompositionen aus.

2011, Markus Wilfling

Wilfling will mit seiner Kunst Räume, Flächen und Ebenen visuell und virtuell durchdringen und Gesetze der Statik ad absurdum führen. In seiner Arbeit geht es ihm um die Irritation von konditionierten Vorstellungen und Wahrnehmungsbegriffen. Wirklichkeit wird in seiner Kunst unberechenbar und unvorhersehbar, Schein und Sein gehen ineinander über, Virtuelles wird zu Realem, Imaginäres wird zu Konkret-Gegenständlichem. Grenzen zwischen innen und außen, oben und unten, nah und fern, aus dem heraus er unerwartete, raumdynamische Bewegungen generiert, scheinen aufgehoben.
Hartwig Knack, Raum, Wahrnehmung, Bewegung In: Markus Wilfling, zwischen dem Raum 2009, Bibliothek der Provinz

2013, Ronald Kodritsch

Ronald Kodritsch und die klassische Periode. Spielerisches Denken und experimentelle Haltung sind wesentliche Aspekte der Kunst der letzten hunder Jahre. Gerade das Spielerische dient als Strategie, um die künstlerischen Entscheidungen zu relativieren und die Erwartungshaltung der Rezipienten an das Künstlergenie zu untergraben. Zugleich gilt Friedrich Schillers Zitat: "... der Mensch spielt nur, wo er in der vollen Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." Für Schiller ist das Spielerische grundlegend für die Kunst und das Leben und spätestens seit Johan Huizingas Buch "homo ludens" wissen wir, dass Kultur in Form von Spiel entsteht. Durch Wiederholung, Variation und Neuausführung wird experimentell Erprobtes in eine Regelwerk überführt und damit zur Kulturform. Das bedeutet in letzter Konsequenz auch, dass das Spiel und nicht die Arbeit als konstituierendes Element alles Kulturellen zu sehen ist. In diesem Sinne bleibt nur, den Hotelgästen mit Ronald Kodritsch zuzurufen: "Faites vos jeux!" ("Machen Sie Ihr Spiel")

2011, Manfred Erjautz

Das Gewohnte wird wie in einem soziologischen "Krisenexperiment" in Frage gestellt und auf verschiedenen Gefühlsebenen referiert. Die dominanteste Gefühlsregion, die hier angetastet wird ist jene der Melancholie. Das Melancholische taucht in Manfred Erjautz' Werken sowohl als Reminiszenz an eine andere – vielleicht bessere – Zeit als auch als ein Sehnen nach Glückserfüllung und einer Renormalisierung der Verhältnisse auf. (Falter 2006)
Augarten Hotel